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Samstag, 6. April 2013

Weinregal XL: Teil 5

Es ist vollbracht! Besonders stolz bin ich darauf, dass sich, von der Lagerung der Einzelteile bis zum kompletten Zusammenbau, alles nur in meiner doch recht kleinen Werkstatt abgespielt hat. So langsam steht das Konzept! Der Bau an sich war wenig anspruchsvoll, verlangte aber nach Präzision in der Fertigung der Einzelteile. Am meisten Zeit hat das Schleifen beansprucht. Im Nachhinein würde ich konsequenter den Exzenterschleifer einsetzen um Kanten "blockweise" zu schleifen und sogar die Fase anzubringen, was sich gegen Schluss als absolut praktikabel und schnell erwiesen hat. Das Verleimen hat sich auch ziemlich in die Länge gezogen:
Ohne Hektik, schön der Reihe nach verleimen!
Ein "Kaltes" zur Belohnung
schräge Regalböden komplett verleimt
2021mm lichtes Maß zwischen den 2 Seiten
2021mm Länge der schrägen Regalböden: sollte passen!
Obwohl die Regale recht filigran wirken, wiegen sie doch nicht gerade wenig und das Verladen in den Transporter und das Abladen beim "Kunden" waren anstrengend. Glücklicherweise ist der Kellerboden gerade! Die zwei Hälften sind untereinander verschraubt und das Ganze mit Winkeln an der Wand gegen Umkippen gesichert.


Die Abschlussleisten für die Seiten liefere ich noch nach und damit wäre dieses Projekt abgeschlossen. Von der Planung bis zur Fertigstellung vergingen gerade mal 2 Monate was für mich schon rekordverdächtig ist. Es war eine interessante Erfahrung, aber ich bin auch froh, dass es fertig ist und ich mich in das nächste, hoffentlich spannendere Projekt stürzen kann.

Eine interessante neue Erfahrung für mich war, dass ich von der parametrischen Konstruktion abgewichen bin auf komplett absolute Maße bei den Zuschnitten und es am Ende perfekt passte!

Weinregal XL: Teil 1

Montag, 25. März 2013

Weinregal XL: Teil 4

Alle Teile sind geschliffen und es geht an den Zusammenbau. Begonnen wird mit dem Sockel. Hier werden alle Verbindungen mit Lamellos ausgeführt, Plattenbau eben!
Danach wird der Sockel umgedreht und der Zwischenboden kommt drauf. Dann werden die Seiten wiederum mit Lamellos, Leim und diesmal auch mit Schrauben befestigt. Da das Weinregal zwischen zwei Wänden steht, wird man die Schrauben später nicht sehen. Die Bessey Korpuszwingen dienen hier zum Ausrichten der Kanten.Ganz praktisch ist der verwendete Bohrer mit Tiefenstopp und Senker. Schneller geht's nicht mehr.
Weiter geht es mit einem Trockenversuch. Die Teile scheinen zu passen!
 Das große Verleimen kann also beginnen. Das wird wieder eine etwas langatmigere Etappe weil ich alles schrittweise machen muss.

Donnerstag, 14. März 2013

Weinregal XL: 3 1/2

Eigentlich sollte ich schon weiter sein, aber der Fehlerteufel hat zugeschlagen! Das habe ich gemerkt als ich die Domino-Löcher fräste und ein Abstand mir etwas kurz vorkam.
Ein kurzes Nachmessen bestätigte, dass 2 Teile etwa 18mm (?) zu kurz geraten waren. Ich kann mir nur erklären, dass es sich um einen Gewohnheitsfehler handelt beim Übertragen und Ablesen von Maßen. Das ist mir dummerweise schon ein paar Mal passiert und es kommt daher, dass ich mir die Millimeter-Maße aus der Zeichnung als Zentimeter-Maße vorsage und ich mich dann irgendwie mit der Kommastelle verheddere beim Übertragen mit dem Maßband. Naja, was soll 's? Kurz geärgert und einfach die Teile aufgetrennt ...
... ein Stück eingepasst ...
... verleimt ...
... geschliffen und zufrieden begutachtet. Noch Mal gut gegangen.
Ein Trockenversuch stimmt mich zuversichtlich, dass es gleich ans Verleimen geht.

Dienstag, 5. März 2013

Weinregal XL: Teil 3

Ich schleif mir gerade einen weg und weil es so schön ist, teile ich es mit euch!

Danach habe ich den Handhobel weggeräumt und den guten alten Frästisch aufgebaut, Fasefräser mit Anlaufring eingespannt und am laufenden Meter schöne gleichmäßige Fasen gefräst. Den Schleifklotz habe ich auch wegrationalisiert und gleich massenweise Kanten maschinell geschliffen:
Ganz nebenbei habe ich noch die "Domello" oder "Lamino" Verbindung erfunden, eine Hybrid-Version die die Vorzüge der Domino und der Lamello vereint!
Das ist natürlich kompletter Quatsch! Ich hatte bereits alle Domino Verbindungen in die Kanten gefräst und leider übersehen, dass dort wo Gehrungen an der Austrittsseite sind, der Domino nur geringen Halt hätte, so dass ich nachträglich 10er Lamellos gefräst habe. Hier ein weiteres Beispiel der Flexibilität eines Festool MFT/3:


Montag, 25. Februar 2013

Weinregal XL: Teil 2

Es geht weiter mit dem Beschaffen des Ausgangsmaterials. Ich benutze meistens ein Spreadsheet (in meinem Fall Open-Office) um eine Stückliste anzufertigen. Dabei gibt es quasi als "Abfall-Produkt" eine Summe der Fläche oder in diesem Falle die Summe der Längen der allesamt 280mm breiten Teile.
In Sketchup habe ich zuvor die Parallelprojektion ausgewählt um die Vorderansicht unverzerrt zu erhalten. Danach habe ich alle gleichen Teile mit der gleichen Farbe versehen. Dann konnte ich den Ausschnitt als JPG exportieren und zur Übersicht in's Spreadsheet einbinden. Auf ein A4 Blatt ausgedruckt enthält die Stückliste und der "halbe" Plan alle relevanten Informationen die ich zum Bau des Weinregals benötige! PS: Nicht ganz, denn ich habe eine Teile-Gruppe vergessen ... wer sucht der findet :-)

Aus der Stückliste konnte schnell abgeleitet werden, dass 5 Platten (2500mm x 1250mm) Birke längs furniert reichen. Um mich nicht unnötig umzubringen, habe ich die Platten beim Holzhändler komplett in Streifen von 280mm auftrennen lassen. Der hat dazu alle 5 Platten aufeinander gelegt und durch die CNC gesteuerte Druckbalkensäge gejagt: 5min und fertig!

Das Ablängen aller Teile auf das Endmaß, teils mit einfacher oder doppelter Schräge, hat sich über 2 Tage verteilt. Nur "Sockel 3" habe ich nicht auf das Endmaß abgelängt. Das ergibt sich wenn "Sockel 1 und 2" am unteren Boden probe-montiert werden. Der Abläng-Anschlag meiner MiniMax ST-1 geht nur bis 1200mm und für Teile 1, 4 und 5 lohnte es sich schon einen Hilfsanschlag zu bauen:
Hier sind nun alle Teile, schön säuberlich gestapelt und beschriftet und warten auf den nächsten Teil: dem Anbringen der Verbindungen welche sich aufteilen zwischen Dominos und Lamellos, je nach Sinn und Zweck.
Es hat sich übrigens bemerkbar gemacht, dass beide Längsseiten meiner Werkstatt jetzt "barrierefrei" sprich: "frei von störenden Regalen" sind. Ich hatte keine Probleme mehr die 2500mm langen Bretter zu wenden und von einer Stirnseite des Raumes zur anderen zu bewegen. Ausserdem hat es sich als sehr vorteilhaft erwiesen, dass der MFT/3 jetzt, dadurch, dass er auf dem rollbaren Unterschrank steht, beweglich ist und je nach "Abfall-Seite", beim Ablängen, hin- und hergeschoben werden kann.

Samstag, 9. Februar 2013

Weinregal XL: Teil 1

Ein Bekannter hat mich gefragt ob ich ein "schräges" Weinregal bauen könnte? Nach einer kurzen Besprechung war klar, was schräg sein soll und die Idee hat mir sofort gefallen. Die Flaschen lagern dabei in, um 45° gedrehten, quadratischen Fächern was den Vorteil hat, dass die Flaschen, egal wie viele es sind, immer stabil liegen und nicht wegrollen können! Das Regal kommt in einen Keller in einen Raum von 4.18m Breite und soll den ganzen Platz ausfüllen. Es darf natürlich nicht zuviel kosten, also haben wir uns schnell verständigt auf Birke Multiplex. Unten soll Platz sein für Weinkisten und oben drauf soll auch eine Ablagefläche sein. Nach dem Motto, Form folgt Zweck, entstand also schnell dieser Entwurf.
Nachdem mir die Verteilung der Kräfte unter Last bei einer solchen Konstruktion klar waren, stand fest, dass das Regal auf jeden Fall seitlich an den Wänden abgestützt werden muss. Unter vertikaler Belastung wird die Scherenkonstruktion nämlich versuchen in die Breite zu gehen. Stünde das Regal nicht zwischen zwei Wänden, dann müsste man eine Rückwand vorsehen. Um das Regal an seinen Bestimmungsort zu bekommen muss es auch zweigeteilt aufgebaut werden. Die beiden Hälften sind genau identisch.

Natürlich mache ich noch den Festool MFT/3 Unterschrank fertig bevor ich dieses Projekt angehe. Auch bin ich schon gespannt wie ich in meiner etwas optimierteren Werkstatt so ein großes Projekt umsetzen kann. Die Konstruktion an sich ist nicht kompliziert, verlangt aber wegen der großen Anzahl an Teilen und Verbindungen nach genauer Planung der Arbeitsschritte. Spannend wird sein ob ich diese "Auftragsarbeit" in einen halbwegs wirtschaftlich lohnenden Rahmen gepresst bekomme und entgegen meiner, ansonsten gemütlichen Arbeitsweise, diesmal schnell und effizient baue.