Posts mit dem Label Tischfräse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tischfräse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 10. Februar 2014

Werkstattschrank: Teil 2

Die Rahmenteile aus Teil 1b haben eine Nut zur Aufnahme der Füllungen bekommen. Zum Einsatz kam wieder die Tischfräse mit einem Verstellnuter bestückt. Die Nut ist in zwei Schritten gefräst, wechselseitig durch Umschlagen des Werkstückes. Dadurch ist sicher gestellt, dass die Nut genau mittig sitzt. Ausserdem ist ein kurzer Zapfen angesägt, auch durch umschlagen von beiden Seiten, sodass der Zapfen genau mittig sitzt.
Die Füllungen werden aus Ami-Pappel gefertigt. Alle Teile sind grob abgelängt und auf maximale gemeinsame Dicke gehobelt. Die dabei erreichte Dicke liegt etwa 2mm unter der Dicke der Rahmenteile. Jeweils zwei Bretter werden miteinander verleimt um auf die erforderliche Breite der Füllungen zu kommen. Im folgenden Video zeige ich die Arbeitsschritte zur Vorbereitung und Ausführung der Abplatt-Fräsung an der Tischfräse.

Montag, 25. November 2013

Tischfräse: Teil 3 - Bilderrahmen die 86te!

Nachdem der Falz gefräst ist, bedarf es noch einer flachen Abschrägung und einer Rundung. Die Abschrägung wird praktischerweise mit der Kreissäge gemacht, die Rundung erfolgt aber wieder mit der Tischfräse. Diesmal kommt ein Universal-Messerkopf zum Einsatz. Neben dem Falzfräser und Verstellnuter, ist dies sicher einer der drei wichtigsten Fräser im Einsatz an der Tischfräse.


Der letzte Arbeitsschritt an der Abrichte entfernt eventuelle Brandspuren der Bearbeitung mit der Säge (Anbringen der flachen Abwinkelung).

Tischfräse: Teil 2 - Bilderrahmen die 86te!

In diesem Teil gehe ich näher auf das Rüsten und Einstellen der Maschine ein. Das Video ist zudem erstmals vertont. Ich hoffe ihr habt euren Spass am Inhalt und am Akzent ... Grüße an Sandra!

Im ersten Teil des Videos ist auch eine Methode gezeigt um rationell an der Dickte zu arbeiten. Sogar wenn ich nur eine Leiste hobele, setze ich sie immer schräg an, sodass die ganze Länge der Messer der Hobelwelle genutzt werden. Diese Art der Zuführung erlaubt es zudem einfach und sicher mehrere gleiche Werkstücke in Serie zu hobeln und dabei immer die gesamte Messerlänge zu nutzen.

So, nun aber zum Video und spart bitte nicht mit eurer Kritik. Ich bin lernfähig und dankbar für jeden Tipp. Danke nochmal an Heiko Rech, der den Stein des vertonten Videos mit diesem Interview ins Rollen gebracht hat!



Donnerstag, 6. Juni 2013

Tischfräse: Teil 1

Die Umstellung auf LIFO scheint zu klappen! Ich werde nicht mehr überhäuft mit neuen Arbeiten und ein Ende der (privaten) Auftragsliste scheint in Sicht auch wenn mit dem Zaun noch die größte Baustelle aussteht.

Es geht auch in "homöopathischen" Schritten weiter mit dem Maniküretisch. Nach den Grundlagen zur Tischfräse geht's jetzt an den praktischen Einsatz. Zuerst werden Falze gefräst. Dazu ist ein Falzkopf montiert.

Prinzipiell gibt es keine Unterschiede zum Arbeiten an der Oberfräse im Frästisch:

- Der Fräser dreht gegen den Uhrzeigersinn
- Die Zuführung des Werkstückes erfolgt immer gegen die Schneidrichtung d.h. von rechts nach links
- Wenn vorhanden, sollen Andruckvorrichtungen genutzt werden
- Alle vorhandenen Schutzvorrichtungen müssen genutzt werden
- Es muss abgesaugt werden

Es gibt aber Maschinen mit umschaltbarer Drehrichtung wo dann der Fräser im Uhrzeigersinn dreht und demnach das Werkstück von links nach rechts zugeführt wird. Das wird genutzt bei Fräsköpfen die  an der Oberseite ein anderes Profil erzeugen als an der Unterseite. Der Fräskopf wird einfach umgedreht und die Drehrichtung geändert. Bei Maschinen ohne Umkehr der Drehrichtung gibt es aber die Möglichkeit den Fräskopf soweit herauszufahren, dass er über dem Werkstück steht und somit die andere Seite des Profils, bei gleicher Drehrichtung genutzt wird.

Dies ist eh eine Option die sich bei der Oberfräse nicht anbietet weil, bei deren Gebrauch im Frästisch, das Werkstück eigentlich immer über den Fräser bewegt wird. Der entscheidende Unterschied dabei ist:

- beim Fräsen über dem Werkzeug ist bestimmt wieviel Material weggefräst wird und es kann niemals mehr sein, weil ich das Werkstück nicht "in" den Tisch drücken kann.
- beim Fräsen unter dem Werkzeug ist bestimmt wieviel Material stehen bleibt und dies ist gleichbleibend auch wenn das Material auf der abgetragenen Seite nicht gleichmäßig ist.

Im Idealfall von gleichmäßig dickem Material, gehen beide Fälle ineinander über und liefern gleiche Resultate.

Im folgenden Video zeige ich ohne laufende Maschine die Vorgehensweise zum Fräsen von Falzen. Die Falze habe ich vorher gefräst und an der stehenden Maschine kann ich bedenkenlos die Kamera in einer Hand und das Werkstück in der anderen Hand führen.



Montag, 29. April 2013

Die Tischfräse für den Hobbyschreiner

Die Tischfräse ist ganz klar eine Maschine vor der ich besonders hohen Respekt habe. Daran ändern auch die Normen zur Begrenzung der Spanabnahme nur wenig. Nichts desto trotz freue ich mich jedes Mal wenn sich im Laufe eines Projektes die Gelegenheit bietet diese Maschine einzusetzen.

Auch wenn die Begeisterung der Hobbyschreiner für die Oberfräse und deren Gebrauch im Frästisch nicht abzustreiten ist, finde ich, dass die Tischfräse es verdient, dass man sich näher mit ihr beschäftigt. Grundsätzlich kann eigentlich jeder, der Platz für eine (kleine) Formatkreissäge in die Kellerwerkstatt hat, auch in den Genuss einer Tischfräse kommen. Meistens gibt es nämlich von den bekannten Formatkreissägen für Hobbyanwendung auch jene kombinierten Modelle mit eingebauter Tischfräse. In der Regel ist der Platzbedarf identisch.

Einige mag der Preis für die Fräsköpfe abschrecken. Dies relativiert sich aber, wenn man bedenkt wieviel man schon alleine mit einem Profilmesserkopf abdecken kann: Innenrundungen, Außenrundungen, Zierprofile, Falze, Abplattungen, Konterprofile, Verleimprofile, ... die Liste ist schier unendlich. Ganz Gewiefte können sogar ihre eigenen Profile entwerfen und sich die entsprechenden Profilmesser und passende Abweiser herstellen lassen.


Für einige der genannten Anwendungen gibt es aber "Spezialisten" und dazu gehört ganz sicher der Falzfräser oder Falzkopf. Sein Vorteil gegenüber dem Profilmesserkopf zum Falzen, liegt in den Vorschneiden. Diese schneiden das Werkstück an der Flanke des Falzes vor, bevor die Hauptschneide greift. Somit entstehen sehr saubere Kanten, auch in Hirnholz, also quer zur Faser. Ein Falzfräser kann überdies beachtlich große Falze in einem Durchgang fräsen.

Vergleich: Profilmesserkopf vs Falzfräser
deutlich zu sehen sind die Vorschneiden

Zum Fräsen von Nuten gibt es den Verstellnutfräser, ob zwei- oder dreiteilig. Auch hier sorgen die Vorschneiden für sauberste Ergebnisse. Die Nutbreite wird bestimmt durch die Zusammensetzung des Fräsers. So kann für schmale Nuten z.B. bei einem 3-teiligen Fräser der innere Teil ganz wegbleiben. Die feine Bestimmung der Nutbreite übernehmen Ringe, verschiedener Dicken, die zwischen die Teile des Fräsers eingelegt werden.



Mit den drei genannten Fräsern (Profilmesser-, Falz- und Nutfräser) deckt man einen großen Einsatzbereich in der Hobbywerkstatt ab. Es gibt sicher noch weitere Spezialisten, wie etwa einen Fräsersatz für Fensterprofile oder etwa Fasefräser mit schwenkbaren Messern. Eventuell verfügt die Tischfräse über ein schwenkbares Aggregat welches wiederum den Einsatzbereich der vorhandenen Fräsern erweitern kann. Allerdings deckt man damit im Hobbybereich wahrscheinlich einen verschwindend geringen reellen Bedarf ab. In der Regel ist der Hobbyschreiner mit den drei erstgenannten Fräsern bereits bestens bedient.

Fräser gibt es mit Aluminium- und Stahlkörper. Diskussionen in Foren zu entnehmen, scheinen beide Vor- und Nachteile zu haben die sich wohl die Waage halten. Mir persönlich gefallen die Stahlausführungen besser weil ich finde, dass sie ruhiger laufen. Fräser mit Alukörper haben weniger Masse und belasten eine leistungsschwächere Fräse weniger beim Anlauf und Abbremsen.

Die Rüstzeit der Tischfräse besteht bei kombinierten Säge-, Fräsmaschinen zum größten Teil aus dem Anbringen des Anschlages. Modernen Maschinen liegen Anschläge bei, die den heutigen Sicherheitsstandards genügen und entsprechend viele Verdeck- und Andruckmöglichkeiten bieten, sodass ein Teil des Gefahrenpotentials dieser Maschine entschärft wird.


Eventuell liegt auch noch ein Bogenfräsanschlag bei, mit dem geschweifte Werkstücke mithilfe von Schablonen gefertigt werden können, ähnlich wie mit der Kopierhülse an der Oberfräse. Ergänzend gibt es auch Anlaufringe, die dann funktionieren wie die Kugellager an den (Bündig-)Fräsern für die Oberfräse. Wenn man Profil- und Falzkopf mit gleichem Durchmesser kauft, dann kann man denselben Anlaufring für beide nutzen.

Interessant wäre noch zu erwähnen, dass bei kombinierten Maschinen der Schiebeschlitten genutzt werden kann um Fräsungen an den Stirnseiten von Werkstücken auszuführen, zum Fräsen von Zapfen oder Konterprofilen beispielsweise.

Hier ist noch ein Rechenbeispiel welches den Unterschied in der Schnittgeschwindigkeit zwischen Oberfräse und Tischfräse verdeutlicht bei einer typischen Anwendung, nämlich einer 10mm breiten Nut.

Nutfräser mit Durchmesser 10mm in der Oberfräse bei 24000 U/min
  • ergibt PI x 0.01m x 24000 1/min = 754 m/min = 12.6 m/s
(Verstell-)Nutfräser mit Durchmesser 150mm in der Tischfräse bei 7500 U/min
  • ergibt PI x 0.15m x 7500 1/min = 3534 m/min = 58.9 m/s
Eine vergleichsweise bescheidene Drehzahl der Tischfräse, in Verbindung mit einem großen Fräser, ergibt eine fast vier Mal höhere Schnittgeschwindigkeit und man kann ein dementsprechend saubereres Fräsbild erwarten.

Es sei noch zu erwähnen, dass nur mit einem Prüfzeichen (BG in Deutschland) versehene Fräser zu verwenden sind. "Windmühlen-Fräser",  Sägeblätter oder gar Selbstgebautes haben nichts auf der TIschfräse verloren. Außerdem darf man nur Werkzeuge verwenden die für manuellen Vorschub vorgesehen sind (MAN ist aufgedruckt). Achtung: Die Verwendung eines Vorschubapparates gilt auch  als manueller Vorschub!

Ein umschaltbarer Rechts- Linkslauf der Tischfräse erweitert deren Einsatzbereich, vor Allem von Profilköpfen. Wenn die Maschine nicht von Haus aus für eine Umkehr der Drehrichtung ausgelegt ist, dann soll man auch nicht einfach mal so 2 Phasen verdrehen um die Drehrichtung zu ändern. Ziemlich sicher ist nämlich die Spannschraube an der Frässpindel nicht gesichert und könnte sich lösen.

Im anstehenden Projekt Maniküretisch werde ich Gelegenheit haben die Tischfräse ausgiebig zu gebrauchen. Dabei nutze ich die Gelegenheit um die anfallenden Anwendungen zu dokumentieren und vielleicht kann ich damit dazu beitragen dem Hobbyanwender diese Maschine näher zu bringen.