Es war ein durchwachsenes Jahr! Seit der letzten Zwischenbilanz gab es mehrere Videos, der Maniküretisch wurde fertig (hat aber noch immer keine Absaugung), ein weiterer und letzter Werkstattschrank wurde gebaut, die Werkstattwände sind weiss gestrichen und eine sonnenbrandfördernde Beleuchtung installiert. Im Oktober ging es los mit dem Meisterbrief und dann wurde es hier ruhiger. Seit März läuft meine IT-Firma in die ich momentan nur etwa 1/5 meiner beruflichen Arbeitszeit investiere. Im März gab es dann 3 Tage Messe: Holzhandwerk 2014. Danach kam noch ein "schneller" Schreibtisch und ein noch "schnellerer" Werkstattschrank für einen Bekannten. Die Doku dazu schiebe ich noch nach ... versprochen!
Ich geniesse immer noch jeden freie Stunde in der Werkstatt. Wenn aber die nächsten Meisterkurse anfangen, bleibt nicht mehr viel Freizeit. Von Oktober bis April heisst es dann wieder Schulbank drücken an zwei Abenden pro Woche.
Bis dahin bleibt glücklicherweise noch Zeit die ich zwischen Werkstatt und Büroarbeit versuche aufzuteilen, oder zu kombinieren :-). Ein paar Ideen habe ich noch ... meine Frau allerdings auch und ich komme wohl nicht dran vorbei, nach einem sehr werkstattlastigen Jahr, wieder ein "richtiges" Möbelprojekt anzugehen. Die Einzelteile der wegrationalisierten Hausbar schreien förmlich danach in Form einer Kommode endlich Ruhe zu finden.
Ein Bekannter hat mir ein potentiell gefährliches Angebot gemacht: Er hat eine ungenutzte Drechselbank die er mir schenken möchte. Anscheinend ist Drechseln der Todfeind des Schreinerns. Böse Zungen behaupten, dass man es nicht mehr lassen kann wenn man damit anfängt. Ich hab hier und da mal gedrechselt und muss zugeben, dass es Spaß macht, aber nicht soviel wie Schreinern. Ich denke, dass ich das Angebot annehme, nur passt die Drechselbank überhaupt nicht in mein Werkstattkonzept. Aber auch dazu wird sich sicher eine Lösung finden.
Während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir ein, dass ich im vergangenen Jahr keine weiteren Maschinen oder Werkzeuge zugekauft habe. Das deute ich als gutes Zeichen, zumal mir bei den vergangenen Projekten nichts gefehlt hat. Die einzige Maschine die mich noch interessieren könnte wäre der Linearschleifer von Festool. Die Maschine leistet sicher gute Dienste beim Schleifen von Profilen und Abplattungen.
Im vergangenen Jahr gab es einige neue deutschsprachige Holzwerker-Blogs zu entdecken. Die Szene scheint sich ja gut zu entwickeln. Von Foren halte ich mich aber immer mehr weg. Es ist dort eine unangenehme Entwicklung festzustellen und viele Threads laufen bereits nach ein paar Beiträgen am Thema vorbei und es entstehen unnötige und anstrengende Diskussionen. Schade!
Ich habe einen Versuch mit Google-Werbung auf meinem Blog gestartet. Es dümpelt so vor sich hin, stört aber auch kaum. Von Sponsoring oder fest geschalteter Werbung nehme ich aber Abstand. Es ist mir zu verbindlich und ich möchte meine Neutralität nicht missen. Meine Leser sollen die Sicherheit haben und behalten, dass meine Meinung zu Werkzeugen, Maschinen und Arbeitsweisen objektiv sind. Einige, vorher interessante, Blogs aus Übersee sind in kurzer Zeit leider durch genau diese Art Werbung total verramscht. Auch schade!
Holzwerken als Hobby ist toll! Auf, dass es noch viele infiziert!
Gut Holz!
Möbelbau, Werkstatteinrichtung, Holzverarbeitung mit Maschinen, ... vom Hobbyschreiner für den Hobbyschreiner
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Donnerstag, 12. Juni 2014
Zwischenbilanz nach 4 Jahren
Mittwoch, 19. Juni 2013
Zwischenbilanz nach 3 Jahren
Es hat sich einiges getan seit der Zwischenbilanz nach 2 Jahren und zwar einiges Konkretes: die Garderobe wurde fertig, ein erstes Video, eine weitere Werkstatt-Optimierung, eine Lochreihenschablone, der MFT/3 Unterschrank, ein XL-Weinregal und der Beginn des Projektes Maniküretisch. Neben diesen sichtbaren Ergebnissen hat sich aber Einiges an meinen Ansichten geändert: Es gibt auch mal rein zweckmäßige Sachen, eine Lamello C3 die ich sehr gerne einsetze sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Wartezeiten!
Gefühlt arbeite ich effizienter, verbringe weniger (!) Zeit in der Werkstatt um mehr herzustellen. Das ist aber nicht das nahende Ende meiner Liebe zur Holzverarbeitung sondern die Konsequenz einer Anhäufung von Erfahrung und das Einsetzen einer De-Mystifizierung des Schreinerns was sich aber keinesfalls negativ auf meine Motivation auswirkt. Ganz wesentlich trägt eine eiserne Planungsdisziplin dazu bei, dass die Möbel die ich baue gelingen und genau dieses Erfolgserlebnis beflügelt mich weiter zu machen und aufwändigere Konstruktionen zu planen und effizient zu bauen.
Es gibt immer wieder Diskussionen in Foren oder Blogs über den Sinngehalt des Holzwerkens als Hobby und es gibt viele ganz unterschiedliche Meinungen. Ich glaube, dass jeder in seinem Hobby seine kleine Welt auf seine ganz persönliche Art und Weise aufbaut und auslebt: Es gibt den Sammler von Werkzeug, mit oder ohne Kabel, es gibt den Chaoten der sich sowas von zumüllt, dass er nicht mehr vernünftig arbeiten kann, den Denker, der nichts Konkretes macht sondern nur plant, den Freak der sich die 600 Quadratmeter Profiwerkstatt baut, den Arbeiter, der Projekt an Projekt durchzieht, den Ingenieur, der die Holzverarbeitung revolutionieren möchte ... jeder rechtfertigt auf seine Weise warum er es macht! Die Einen versenken Unsummen an Geld, die Anderen sind moderater und noch Andere verdienen sogar ein kleines Taschengeld damit. Eines steht fest: der der keinen Spass daran hat macht es nicht mehr!
Ich bin lieber zurückhaltend, was die Voraussichten angehen, aber, den Maniküretisch mache ich noch fertig mit der dazugehörenden Dokumentation über die Tischfräse. Wie es danach weiter geht, kann ich noch nicht ganz beurteilen, weil ich nicht weiss wie viel von meiner Zeit mein nächstes großes Lebens-Projekt beanspruchen wird! Wenn es konkreter wird, dann lasse ich die Katze aus dem Sack. Eins kann ich verraten und zwar, dass es sehr wohl mit Holz zu tun hat!
Gefühlt arbeite ich effizienter, verbringe weniger (!) Zeit in der Werkstatt um mehr herzustellen. Das ist aber nicht das nahende Ende meiner Liebe zur Holzverarbeitung sondern die Konsequenz einer Anhäufung von Erfahrung und das Einsetzen einer De-Mystifizierung des Schreinerns was sich aber keinesfalls negativ auf meine Motivation auswirkt. Ganz wesentlich trägt eine eiserne Planungsdisziplin dazu bei, dass die Möbel die ich baue gelingen und genau dieses Erfolgserlebnis beflügelt mich weiter zu machen und aufwändigere Konstruktionen zu planen und effizient zu bauen.
Es gibt immer wieder Diskussionen in Foren oder Blogs über den Sinngehalt des Holzwerkens als Hobby und es gibt viele ganz unterschiedliche Meinungen. Ich glaube, dass jeder in seinem Hobby seine kleine Welt auf seine ganz persönliche Art und Weise aufbaut und auslebt: Es gibt den Sammler von Werkzeug, mit oder ohne Kabel, es gibt den Chaoten der sich sowas von zumüllt, dass er nicht mehr vernünftig arbeiten kann, den Denker, der nichts Konkretes macht sondern nur plant, den Freak der sich die 600 Quadratmeter Profiwerkstatt baut, den Arbeiter, der Projekt an Projekt durchzieht, den Ingenieur, der die Holzverarbeitung revolutionieren möchte ... jeder rechtfertigt auf seine Weise warum er es macht! Die Einen versenken Unsummen an Geld, die Anderen sind moderater und noch Andere verdienen sogar ein kleines Taschengeld damit. Eines steht fest: der der keinen Spass daran hat macht es nicht mehr!
Ich bin lieber zurückhaltend, was die Voraussichten angehen, aber, den Maniküretisch mache ich noch fertig mit der dazugehörenden Dokumentation über die Tischfräse. Wie es danach weiter geht, kann ich noch nicht ganz beurteilen, weil ich nicht weiss wie viel von meiner Zeit mein nächstes großes Lebens-Projekt beanspruchen wird! Wenn es konkreter wird, dann lasse ich die Katze aus dem Sack. Eins kann ich verraten und zwar, dass es sehr wohl mit Holz zu tun hat!
Freitag, 8. Juni 2012
Zwischenbilanz nach 2 Jahren
Nun werkle ich schon 2 Jahre in meiner Kellerwerkstatt herum. Dabei habe ich viel gelernt und ich versuche hier einfach einmal festzuhalten was mir in noch einmal 2 Jahren sicher ganz normal vorkommen wird und ich wahrscheinlich auch vergessen habe. Vielleicht kann ich auch einige Fragen entschärfen die ein Anfänger sich stellt und einen Beitrag dazu leisten, dass der ein oder andere sich traut in dieses faszinierende Hobby einzusteigen.
Am Anfang steht das Interesse ...
... nicht nur für den Werkstoff Holz, sondern auch für eine praktische Betätigung. Mir ist aufgefallen, dass viele Hobbyschreiner intellektuelle Berufe ausüben und sich dann den Ausgleich in der Werkstatt holen. Das heißt aber keinesfalls, dass man das Werkeln mit Holz ohne zu Denken ausüben kann. Ein wichtiger Aspekt beim Herstellen von Objekten aus Holz ist die Planung. Hier wird der Hobbyschreiner zum Makro-Unternehmer und das ist meines Erachtens ein wichtiger Aspekt des Ausgleichs. In den Unternehmen in denen wir arbeiten verrichten wir bestenfalls Projekt-orientierte Arbeiten, aber wir bleiben in der Regel Teil eines Systems das uns den Rahmen vorgibt und uns von vielen Aufgaben entlastet. Oder wer hat schon mit geholfen das Gebäude in dem er arbeitet zu planen oder gar zu bauen und einzurichten? Genau das tut aber der Hobbyschreiner wenn er seine "Keller-Firma gründet" und das gibt ihm eine ungeheuere Genugtuung. Bevor er aber überhaupt etwas "produzieren" kann, muss er das Umfeld dafür schaffen und dann kommt die ...
Provisorische Werkstatt ...
... die am Anfang eine eroberte Ecke im Keller sein kann, oder ein Teil des Dachbodens oder ein Stück der Garage. Meistens fängt es klein an, so auch bei mir. Mein erster Arbeitsbereich war ein 2 Quadratmeter großer Bereich im Keller in dem ich mit total unzulänglichen Werkzeugen den Prototyp einer CNC Fräse gebaut habe. Vielleicht interessiert sich dann die bessere Hälfte für die Fähigkeiten ihres Partners und gibt ein Regal oder Ähnliches in Auftrag. Das motiviert natürlich ungemein! Aber das Wissen und das Werkzeug sind doch unzulänglich! Jetzt beginnt man sich in die Materie zu vertiefen ...
Lesen, lernen, begreifen, ...
... und man stürzt sich ins Internet und kauft Bücher. Jetzt kommt die große Verwirrung: Die Holzverarbeitung ist unvorhergesehen komplex. Hier hilft dann wieder der "erste Auftrag" um sich zu fokussieren. Dieses Fokussieren ist überhaupt ein sehr wichtiger Aspekt damit Projekte gelingen. Was brauche ich wirklich um ein ganz klar umrissenes Projekt auszuführen? Welches Wissen fehlt mir, welches Material, welches Werkzeug benötige ich. Am Anfang glaubt man aber, dass man alles Mögliche braucht und man riskiert zuviel oder falsch zu kaufen. Hier können Foren oder ein bekannter Schreiner eine grosse Hilfe leisten sofern man nicht beratungs-resistent ist. Allerdings birgt die Beratung auch Gefahren. So gibt es bei den "Beratern" zwei grundsätzlich verschiedene Ansichten ...
Maschinen oder Handwerkzeug für den Einstieg?
Ich wage mal zu behaupten: Maschinen! Warum? Wegen dem Erfolgserlebnis was der Anfänger und sein "Auftraggeber" brauchen beim ersten "richtigen" Projekt um nicht den Mut zu verlieren. Jetzt gibt es wiederum zwei Möglichkeiten: Entweder man ist sich seiner Sache so etwas von sicher, dass man das richtige Hobby gewählt hat und dann langt man richtig zu, oder man fokussiert wieder einmal! Ich habe vor 2 Jahren zugelangt und dann ein Jahr später noch einmal aber ich war mir sicher, dass es mein "letztes" Hobby sein würde. Ich muss vehement der Fraktion widersprechen die behauptet man solle doch zuerst das "Handwerk" lernen bevor man zu Maschinen greift. Der Hobbyschreiner wird aber kaum die Zeit haben eine "Lehre" mal so nebenbei am Wochenende nachzuholen ausser er akzeptiert, dass er die ersten 10 Jahre Nichts ausser Probestücken herstellt. Warum sollte es denn mit Maschinen gelingen? Ich setzte voraus, dass der Aspirant wenigstens einmal Papas alte Black&Decker Kreissäge in der Hand hatte und weiss wo bei der Bohrmaschine hinten und vorne ist denn sonst kann das böse enden. Nun es gibt mittlerweile Handmaschinen mit denen man fast nichts mehr falsch machen kann und dazu gehört sicher nicht ...
Die Stichsäge ...
... die bei mir ganz klar die am wenigsten benutzte Maschine ist. Leider gaukeln diese Hochglanz-"Du-Schaffst-Das"-Magazine dem Aspiranten vor, dass er mit der Stichsäge den Gral des Hobbyschreiners in Händen hält. Überhaupt sind die Baupläne in besagten Magazinen eigentlich nur etwas für Fortgeschrittene, die sich die fehlenden Details in der Anleitung denken können. Der Anfänger ist aber meistens hoffnungslos überfordert. Dagegen ist ...
Die Tauchsäge mit Führungsschiene ...
... wahrscheinlich eine der Handmaschinen bei der das Resultat auch bei einem Grob-Motoriker stimmen sollte. Man kann eigentlich mit dieser Maschine nicht daneben sägen. Führungsschiene an die angezeichnete Linie und sägen. Fertig! Aber Achtung! Das heisst nicht, dass man nichts falsch machen könnte. Gefährlich sind alle Maschinen ... und Handwerkzeug übrigens auch! Nur nebenbei: Ich habe mir meine schlimmsten Verletzungen mit Handwerkzeug zugezogen: runtergefallener Stechbeitel schneidet in die Wade, abgesprungene Japansäge schneidet in den Daumennagel, runtersausender Photoapparat (!) auf Stativ zermanscht Haut zwischen 2 Finger (Autsch). Verletzungen bleiben wahrscheinlich auch nicht aus, aber die Vorsicht beim Benutzen von Maschinen muss ungleich höher sein als mit Handwerkzeug. Ein Fehler an der Maschine kann den ganzen Finger und mehr kosten, wobei ich nicht glaube, dass ein normal veranlagter Mensch sich einen Finger mit einem Holzmeissel abtrennen könnte. Um das Gesägte verbinden zu können bedarf es wenigstens ein paar Dübel und Schrauben womit wir beim ...
Akku-Bohrschrauber ...
... wären der hier zwei Rollen übernimmt: Die der Bohrmaschine zum Bohren der Dübellöcher und vorbohren der Schraubenlöcher und die des Schraubers. Dazu gehören noch ein paar weitere Utensilien: Massband, Winkel, Leim, Dübel, Schrauben, Zwingen, Dübellehre, Arbeitsböcke, ... Man braucht viel "Kleinkram" und das geht ordentlich ins Geld.
Zwischenbilanz: Der erste "Auftrag", ein Kellerregal, ist ausgeführt und man ist ganz stolz, bis man ein ähnliches Regal im Baumarkt entdeckt welches nicht einmal den Preis des verwendeten Holzes kostet. Jetzt wage ich zu behaupten, dass man durch das Selbermachen ...
Keinen Cent gespart ...
... bekommt! Man investiert tausende von Euro in eine Ausrüstung mit der man vor allem Sachen bauen wird die man vielleicht überhaupt nicht gebraucht hätte (Himmelbett ...), oder in der Ausführung niemals gekauft hätte (Schmuckschrank ...) oder zu denen es keinen "Auftrag" gab (Werkstattschrank ...). Jetzt könnte man denken, dass sich die Ausrüstung bezahlt macht wenn man doch nur eine einzige vollmassive Einbauküche baut die locker 20000 € Wert hat, wovon 6000 € auf die Geräte fallen und der Rest auf die Schränke die ja nur 2000 € an Material gekostet haben: 12000 € gespart ... oder vielleicht nicht? Ohne die Möglichkeit diese Küche selber zu bauen, hätte es zwangsweise eine 8000 € Küche auch getan, weil das Budget ja 8000 € war, nur eben anders verteilt wurde: Ersparnis = 0! Es geht aber hier ganz klar NICHT um das Geld sondern den Spass und der ist unendlich viel wert. Wie geht es denn jetzt weiter mit der Werkstatt? Wir haben ja erst eine Säge und einen Akkuschrauber! Für den Möbelbau fehlt aber noch so einiges. Die Gefahr jetzt falsch zu investieren ist proportional zu der Vielzahl an ...
Werkzeug und Maschinen die man braucht ...
... um ordentlich Möbel zu bauen. Hier sollte man entscheiden ob man sich seiner Sache sicher ist oder nicht denn jetzt wird es richtig teuer. Baut man "nur" Plattenmöbel, dann reicht noch dazu eine anständige Oberfräse und eine Flachdübelfräse und spätestens hier sieht man ein, dass man eine mobile Absauge braucht. Dazu kommen noch diverse Fräser, Schablonen und Handwerkzeug. Möchte man Massivholzmöbel herstellen dann kommt man nicht an einer stationären Hobelmaschine und einer Tisch- besser aber Formatkreissäge vorbei und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht! Ich würde mal sagen, dass der Schritt vom Plattenbau zum Massivmöbel das Budget für die Ausrüstung locker verdreifacht! Hier erkennt man, dass man dabei ist sich eine kleine Schreinerei einzurichten. Jetzt wird es kritisch: Soll man nur hochwertig, neu, gebraucht, teuer, billig, Mittelklasse, ... kaufen? Diese Fragen entfachen immer unendliche Diskussionen und es gibt eigentlich nur eine richtige Antwort: Will man ein hochwertiges Resultat, dann braucht man hochwertiges Werkzeug, Punkt! Ob dieses Werkzeug nun neu, gebraucht, billig oder teuer ist, hat nichts zu sagen. Das ist jetzt aber gar keine Hilfe für den Aspiranten. Nun, es hilft nichts! Es gibt eben in allen Kategorien der Handwerkzeuge, Handwerkzeugmaschinen und (halb)stationären Maschinen verschiedenen Marken bei denen man nicht viel falsch machen kann. Ob das nun teuer oder weniger teuer wird, hängt davon ab ob man neu oder gebraucht kauft. Aber ...
Wieviel kostet ...
... eine gut ausgestattete Hobby-Werkstatt? Wenn man sich auf den Plattenbau begrenzt, dann kann es mit 5000-6000 € reichen bei Neukauf (!) der Ausrüstung. Für den Massivmöbelbau verdreifacht sich dann die Investition. Je nach Veranlagung zum Jagen nach Preisen kann man bei Gebrauchtkauf doch erheblich viel Geld sparen. Ob sich das auf lange Sicht lohnt wegen fehlender Garantie und Reparaturen weiss ich nicht. Ich habe bei meiner Werkstatt das Ende noch nicht erreicht, bin aber aus dem Gröbsten heraus. Es werden aber immer Sachen fehlen und manch einer wird auch einen Paradigmenwechsel, komplett oder teilweise, vornehmen und Maschinen durch Handwerkzeuge ersetzten.
Fazit
Es macht unheimlich viel Spass, aber erst seitdem ich Stationärmaschinen habe und mehr mit Massivholz mache. Da wird jeder seine Vorlieben mit der Zeit entwickeln und dementsprechend seine Werkstatt gestalten und ausrüsten. Es ist ein vernünftiges Hobby das einiges an Zeit und Geld verschlingt aber wo man etwas Dauerhaftes herstellt was einen mit Stolz erfüllt. Meine Erfahrungen mit gleichgesinnten Hobbywerkern sind, dass es durchweg interessante, kultivierte und weltoffene Menschen sind. Man kann jetzt dieses Hobby zurückgezogen in seinem Keller ausüben, aber dann verpasst man den bereichernden Kontakt mit anderen Holzwürmern. Bei all meiner Begeisterung für "kalte" Maschinen, erfreue ich mich sehr am Austausch mit Gleichgesinnten.
Ich hoffe, dass ich vielleicht auch mit meinem Blog dazu beitragen kann den "Funken" überspringen zu lassen und eventuell in dem ein oder anderen Leser, der sich hierher verirrt, etwas Interesse an diesem Hobby wecken kann.
Am Anfang steht das Interesse ...
... nicht nur für den Werkstoff Holz, sondern auch für eine praktische Betätigung. Mir ist aufgefallen, dass viele Hobbyschreiner intellektuelle Berufe ausüben und sich dann den Ausgleich in der Werkstatt holen. Das heißt aber keinesfalls, dass man das Werkeln mit Holz ohne zu Denken ausüben kann. Ein wichtiger Aspekt beim Herstellen von Objekten aus Holz ist die Planung. Hier wird der Hobbyschreiner zum Makro-Unternehmer und das ist meines Erachtens ein wichtiger Aspekt des Ausgleichs. In den Unternehmen in denen wir arbeiten verrichten wir bestenfalls Projekt-orientierte Arbeiten, aber wir bleiben in der Regel Teil eines Systems das uns den Rahmen vorgibt und uns von vielen Aufgaben entlastet. Oder wer hat schon mit geholfen das Gebäude in dem er arbeitet zu planen oder gar zu bauen und einzurichten? Genau das tut aber der Hobbyschreiner wenn er seine "Keller-Firma gründet" und das gibt ihm eine ungeheuere Genugtuung. Bevor er aber überhaupt etwas "produzieren" kann, muss er das Umfeld dafür schaffen und dann kommt die ...
Provisorische Werkstatt ...
... die am Anfang eine eroberte Ecke im Keller sein kann, oder ein Teil des Dachbodens oder ein Stück der Garage. Meistens fängt es klein an, so auch bei mir. Mein erster Arbeitsbereich war ein 2 Quadratmeter großer Bereich im Keller in dem ich mit total unzulänglichen Werkzeugen den Prototyp einer CNC Fräse gebaut habe. Vielleicht interessiert sich dann die bessere Hälfte für die Fähigkeiten ihres Partners und gibt ein Regal oder Ähnliches in Auftrag. Das motiviert natürlich ungemein! Aber das Wissen und das Werkzeug sind doch unzulänglich! Jetzt beginnt man sich in die Materie zu vertiefen ...
Lesen, lernen, begreifen, ...
... und man stürzt sich ins Internet und kauft Bücher. Jetzt kommt die große Verwirrung: Die Holzverarbeitung ist unvorhergesehen komplex. Hier hilft dann wieder der "erste Auftrag" um sich zu fokussieren. Dieses Fokussieren ist überhaupt ein sehr wichtiger Aspekt damit Projekte gelingen. Was brauche ich wirklich um ein ganz klar umrissenes Projekt auszuführen? Welches Wissen fehlt mir, welches Material, welches Werkzeug benötige ich. Am Anfang glaubt man aber, dass man alles Mögliche braucht und man riskiert zuviel oder falsch zu kaufen. Hier können Foren oder ein bekannter Schreiner eine grosse Hilfe leisten sofern man nicht beratungs-resistent ist. Allerdings birgt die Beratung auch Gefahren. So gibt es bei den "Beratern" zwei grundsätzlich verschiedene Ansichten ...
Maschinen oder Handwerkzeug für den Einstieg?
Ich wage mal zu behaupten: Maschinen! Warum? Wegen dem Erfolgserlebnis was der Anfänger und sein "Auftraggeber" brauchen beim ersten "richtigen" Projekt um nicht den Mut zu verlieren. Jetzt gibt es wiederum zwei Möglichkeiten: Entweder man ist sich seiner Sache so etwas von sicher, dass man das richtige Hobby gewählt hat und dann langt man richtig zu, oder man fokussiert wieder einmal! Ich habe vor 2 Jahren zugelangt und dann ein Jahr später noch einmal aber ich war mir sicher, dass es mein "letztes" Hobby sein würde. Ich muss vehement der Fraktion widersprechen die behauptet man solle doch zuerst das "Handwerk" lernen bevor man zu Maschinen greift. Der Hobbyschreiner wird aber kaum die Zeit haben eine "Lehre" mal so nebenbei am Wochenende nachzuholen ausser er akzeptiert, dass er die ersten 10 Jahre Nichts ausser Probestücken herstellt. Warum sollte es denn mit Maschinen gelingen? Ich setzte voraus, dass der Aspirant wenigstens einmal Papas alte Black&Decker Kreissäge in der Hand hatte und weiss wo bei der Bohrmaschine hinten und vorne ist denn sonst kann das böse enden. Nun es gibt mittlerweile Handmaschinen mit denen man fast nichts mehr falsch machen kann und dazu gehört sicher nicht ...
Die Stichsäge ...
... die bei mir ganz klar die am wenigsten benutzte Maschine ist. Leider gaukeln diese Hochglanz-"Du-Schaffst-Das"-Magazine dem Aspiranten vor, dass er mit der Stichsäge den Gral des Hobbyschreiners in Händen hält. Überhaupt sind die Baupläne in besagten Magazinen eigentlich nur etwas für Fortgeschrittene, die sich die fehlenden Details in der Anleitung denken können. Der Anfänger ist aber meistens hoffnungslos überfordert. Dagegen ist ...
Die Tauchsäge mit Führungsschiene ...
... wahrscheinlich eine der Handmaschinen bei der das Resultat auch bei einem Grob-Motoriker stimmen sollte. Man kann eigentlich mit dieser Maschine nicht daneben sägen. Führungsschiene an die angezeichnete Linie und sägen. Fertig! Aber Achtung! Das heisst nicht, dass man nichts falsch machen könnte. Gefährlich sind alle Maschinen ... und Handwerkzeug übrigens auch! Nur nebenbei: Ich habe mir meine schlimmsten Verletzungen mit Handwerkzeug zugezogen: runtergefallener Stechbeitel schneidet in die Wade, abgesprungene Japansäge schneidet in den Daumennagel, runtersausender Photoapparat (!) auf Stativ zermanscht Haut zwischen 2 Finger (Autsch). Verletzungen bleiben wahrscheinlich auch nicht aus, aber die Vorsicht beim Benutzen von Maschinen muss ungleich höher sein als mit Handwerkzeug. Ein Fehler an der Maschine kann den ganzen Finger und mehr kosten, wobei ich nicht glaube, dass ein normal veranlagter Mensch sich einen Finger mit einem Holzmeissel abtrennen könnte. Um das Gesägte verbinden zu können bedarf es wenigstens ein paar Dübel und Schrauben womit wir beim ...
Akku-Bohrschrauber ...
... wären der hier zwei Rollen übernimmt: Die der Bohrmaschine zum Bohren der Dübellöcher und vorbohren der Schraubenlöcher und die des Schraubers. Dazu gehören noch ein paar weitere Utensilien: Massband, Winkel, Leim, Dübel, Schrauben, Zwingen, Dübellehre, Arbeitsböcke, ... Man braucht viel "Kleinkram" und das geht ordentlich ins Geld.
Zwischenbilanz: Der erste "Auftrag", ein Kellerregal, ist ausgeführt und man ist ganz stolz, bis man ein ähnliches Regal im Baumarkt entdeckt welches nicht einmal den Preis des verwendeten Holzes kostet. Jetzt wage ich zu behaupten, dass man durch das Selbermachen ...
Keinen Cent gespart ...
... bekommt! Man investiert tausende von Euro in eine Ausrüstung mit der man vor allem Sachen bauen wird die man vielleicht überhaupt nicht gebraucht hätte (Himmelbett ...), oder in der Ausführung niemals gekauft hätte (Schmuckschrank ...) oder zu denen es keinen "Auftrag" gab (Werkstattschrank ...). Jetzt könnte man denken, dass sich die Ausrüstung bezahlt macht wenn man doch nur eine einzige vollmassive Einbauküche baut die locker 20000 € Wert hat, wovon 6000 € auf die Geräte fallen und der Rest auf die Schränke die ja nur 2000 € an Material gekostet haben: 12000 € gespart ... oder vielleicht nicht? Ohne die Möglichkeit diese Küche selber zu bauen, hätte es zwangsweise eine 8000 € Küche auch getan, weil das Budget ja 8000 € war, nur eben anders verteilt wurde: Ersparnis = 0! Es geht aber hier ganz klar NICHT um das Geld sondern den Spass und der ist unendlich viel wert. Wie geht es denn jetzt weiter mit der Werkstatt? Wir haben ja erst eine Säge und einen Akkuschrauber! Für den Möbelbau fehlt aber noch so einiges. Die Gefahr jetzt falsch zu investieren ist proportional zu der Vielzahl an ...
Werkzeug und Maschinen die man braucht ...
... um ordentlich Möbel zu bauen. Hier sollte man entscheiden ob man sich seiner Sache sicher ist oder nicht denn jetzt wird es richtig teuer. Baut man "nur" Plattenmöbel, dann reicht noch dazu eine anständige Oberfräse und eine Flachdübelfräse und spätestens hier sieht man ein, dass man eine mobile Absauge braucht. Dazu kommen noch diverse Fräser, Schablonen und Handwerkzeug. Möchte man Massivholzmöbel herstellen dann kommt man nicht an einer stationären Hobelmaschine und einer Tisch- besser aber Formatkreissäge vorbei und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht! Ich würde mal sagen, dass der Schritt vom Plattenbau zum Massivmöbel das Budget für die Ausrüstung locker verdreifacht! Hier erkennt man, dass man dabei ist sich eine kleine Schreinerei einzurichten. Jetzt wird es kritisch: Soll man nur hochwertig, neu, gebraucht, teuer, billig, Mittelklasse, ... kaufen? Diese Fragen entfachen immer unendliche Diskussionen und es gibt eigentlich nur eine richtige Antwort: Will man ein hochwertiges Resultat, dann braucht man hochwertiges Werkzeug, Punkt! Ob dieses Werkzeug nun neu, gebraucht, billig oder teuer ist, hat nichts zu sagen. Das ist jetzt aber gar keine Hilfe für den Aspiranten. Nun, es hilft nichts! Es gibt eben in allen Kategorien der Handwerkzeuge, Handwerkzeugmaschinen und (halb)stationären Maschinen verschiedenen Marken bei denen man nicht viel falsch machen kann. Ob das nun teuer oder weniger teuer wird, hängt davon ab ob man neu oder gebraucht kauft. Aber ...
Wieviel kostet ...
... eine gut ausgestattete Hobby-Werkstatt? Wenn man sich auf den Plattenbau begrenzt, dann kann es mit 5000-6000 € reichen bei Neukauf (!) der Ausrüstung. Für den Massivmöbelbau verdreifacht sich dann die Investition. Je nach Veranlagung zum Jagen nach Preisen kann man bei Gebrauchtkauf doch erheblich viel Geld sparen. Ob sich das auf lange Sicht lohnt wegen fehlender Garantie und Reparaturen weiss ich nicht. Ich habe bei meiner Werkstatt das Ende noch nicht erreicht, bin aber aus dem Gröbsten heraus. Es werden aber immer Sachen fehlen und manch einer wird auch einen Paradigmenwechsel, komplett oder teilweise, vornehmen und Maschinen durch Handwerkzeuge ersetzten.
Fazit
Es macht unheimlich viel Spass, aber erst seitdem ich Stationärmaschinen habe und mehr mit Massivholz mache. Da wird jeder seine Vorlieben mit der Zeit entwickeln und dementsprechend seine Werkstatt gestalten und ausrüsten. Es ist ein vernünftiges Hobby das einiges an Zeit und Geld verschlingt aber wo man etwas Dauerhaftes herstellt was einen mit Stolz erfüllt. Meine Erfahrungen mit gleichgesinnten Hobbywerkern sind, dass es durchweg interessante, kultivierte und weltoffene Menschen sind. Man kann jetzt dieses Hobby zurückgezogen in seinem Keller ausüben, aber dann verpasst man den bereichernden Kontakt mit anderen Holzwürmern. Bei all meiner Begeisterung für "kalte" Maschinen, erfreue ich mich sehr am Austausch mit Gleichgesinnten.
Ich hoffe, dass ich vielleicht auch mit meinem Blog dazu beitragen kann den "Funken" überspringen zu lassen und eventuell in dem ein oder anderen Leser, der sich hierher verirrt, etwas Interesse an diesem Hobby wecken kann.
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