Wie meine treuen Leser wahrscheinlich schon gemerkt haben, mag ich einfache Lösungen für einfache Probleme. Falls sich die Weiterentwicklung lohnt, gibt es auch schon mal eine verbesserte Lösung. Das System 32 scheint eines dieser Probleme zu sein, zu dem es ein großes Spektrum an Lösungen gibt. Alleine für die Herstellung der Lochreihen habe ich aber bisher keine Lösung gefunden die mir zusagte. Die wohl bekannteste DIY Schablone (im deutschsprachigen Raum) ist mir in der Herstellung viel zu aufwändig und nicht sicher vor der Einstreuung von Fehlern. Kommerzielle Lösungen, wie sie Festool anbietet scheiden auf Grund des Preises aus. Es wird also mal wieder eine eigene Lösung.
Was liegt eigentlich näher als für die Herstellung einer Lochreihe eine bestehende Lochreihe zu benutzen und immer wieder zu kopieren? Also brauche ich eine Lochreihe und eine Möglichkeit die Abstände der Löcher abzutasten und damit die Oberfräse zu positionieren! Lochreihen findet man an vielen "modernen", in Plattenbauweise hergestellten Möbeln. Jetzt bitte nicht irgendeinen Schrank zu hause auseinander bauen um an eine Lochreihe zu gelangen. Eventuell beim lokalen Schreiner nachfragen ob der Geselle vielleicht mal wieder was an der Lochreihenbohrmaschine verhunzt hat oder beim Recycling Center vorbeischauen oder bei Bekannten nachfragen ob die vielleicht gerade alte Möbel zu entsorgen haben. Ich hatte allerdings, kurz bevor ich diese Idee bekam, die letzte Schrankseite unserer alten Möbel entsorgt! Ist doch immer so, oder? Also habe ich kurzerhand ein Stück Siebdruckplatte in die Reihenbohrmaschine im Kursraum geschmissen und so eine Lochreihe hergestellt die durchgehend mit Regalträgern bestückt wird.
Die Festool OF1010 hat an der rechten geraden Seite der Bodenplatte eine Aufnahme für den Stützfuß. Wenn man den entfernt findet man ein M6 Gewinde vor in das man eine M6 Schraube hinein drehen und mit einer oder zwei Kontermuttern sichern kann. Diese Schraube ist der Abtaster. Wenn man jetzt die OF1010 an die Seite der Schablone anlegt, dann kann man die Lochreihe abfahren.
Um die Schablone auf dem Werkstück zu positionieren habe ich das erste Loch angerissen (37mm von der Vorderkante und in meinem Fall 64mm von unten), gekörnert und die Fräse positioniert, was einfach möglich war, weil der verwendete 5mm Bohrer eine Zentrierspitze hat. Dann habe ich die Schablone an der Fräse ausgerichtet, festgeklemmt und schon konnte ich meine erste Lochreihe herstellen
Das geht schnell und wird genau. Um die Schablone ohne anreissen am nächsten Werkstück zu positionieren habe ich kurzerhand ein Anschlagbrett mit Heisskleber unter die Schablone, bündig zum Werkstück, festgeklebt.
Diese einfache Schablone reicht total für die paar Lochreihen die an den MFT/3 Unterschrank kommen. Sollte ich in Zukunft mehr Lochreihen machen müssen, dann zerbreche ich mir wieder den Kopf für eine komfortablere Ausführung.

