Montag, 13. Februar 2012

Maschine vorgestellt: MiniMax ST1 Genius

Nachdem im vorigen Post der Abricht, Dickenhobel MiniMax FS30 Genius vorgestellt wurde, widme ich mich heute der Säge- und Fräskombi MiniMax ST1W. Auch diese Maschine wurde sauber verpackt geliefert allerdings fehlte das Winkelblech was den Schiebetisch nach hinten verlängert und gleichzeitig als Wegbegrenzung dient. Dafür lag ein Besäumschuh bei der eigentlich optional erhältlich ist. Ich habe dies fairerweise dem Händler gesagt und er hat das Winkelblech nachliefern lassen und ich konnte den Besäumschuh behalten.

Die Säge:

Der kugelgeführte Schiebeschlitten hat nur eine Länge von 1200mm und erlaubt einen Verfahrweg von etwas über 1200mm. Schon bei tief stehendem Sägeblatt erreicht man die angegebene Besäumlänge von 1200mm. Das erscheint wenig und ist es auch, allerdings habe ich mir angewöhnt die rohe Brettware vor dem Besäumen schon grob abzulängen. Für längere Besäum- oder Formatschnitte benutze ich aber die Festool TS-55 mit Führungsschiene. Der Schiebeschlitten ist perfekt justiert gegenüber dem Gußtisch und dem Sägeblatt. Beim Sägen oder Besäumen geht das Blatt durch das Werkstück über die ganze Schnittlänge ohne großen oder schwankenden Druck. Es entstehen keine Brandstellen und die Schnittgüte längs ist ein klares AAA Rating :-).

Beim quer Sägen verhält es sich auf Grund der sehr steifen Konstruktion der Maschine genauso. Die Schnittflächen sind sehr sauber und die Wiederholgenauigkeit am Anschlag ist sehr gut trotz des etwas "leichten" Anschlagreiters.


Die Höhenverstellung erfolgt über unpraktische Sterngriffe wobei zwei davon axial liegen wovon der der Maschine am nächsten liegende die Höhe arretiert und der andere mit einem Dreh die 80mm Höhe rauf und runter fährt. Der Feststellgriff muss übrigens rabiat festgezogen werden weil ansonsten beim schlagartigen Anlauf der Maschine sich das Sägeblatt senkt. Der 1.5kW Drehstrom Industriemotor dreht nähmlich das 250mm große Sägeblatt in Sekundenbruchteilen hoch wodurch über die Spannhebel des doppelten Keilriemens ein Zugmoment das ganze Agregat nach unten bewegen will. Eine Höhenverstellung über eine Spindel mit einem Kurbelrad als Bedienung wäre mir lieber gewesen.
Der zweite Sterngriff arretiert die Schrägstellung des Sägeagregates. Beim Lösen "baumelt" das ganze Agregat in Richtung 20-25° und man muss links und rechts davon gegenhalten um den gewünschten Winkel einzustellen und dann zu arretieren. Hier hätte ich mir auch eine elegantere Lösung gewünscht.
Der Parallelanschlag ist von gleicher Bauart wie der Fügeanschlag am ADH. Er klemmt nur vorne, ist aber steif genug um erst bei größerem Druck weiter vorne nachzugeben. Dadurch, dass alle Anschläge, Tische und das Sägeblatt perfekt justiert sind und dies bei Lieferung auch schon waren, arbeitet man sehr entspannt und ohne Kraftaufwand an der Säge und die Ergebnisse sind demnach sehr präzise.

Die Tischfräse:

Ich bin kein großer Fan von Kombimaschinen, muß aber auf den Luxus von Einzelmaschinen auf Grund meiner kleinen Werkstatt verzichten. Das Umrüsten zur Tischfräse beschränkt sich aber eigentlich auf die Montage des Anschlags der mittels zweier Schrauben auf dem Gußtisch fixiert wird. Der Anschlag ist mit allen üblichen Niederhaltern und Schutzvorrichtungen ausgerüstet. Die 30mm Frässpindel ist starr, erlaubt Werkzeuge bis 150mm Durchmesser und hat 35mm Platz um Werkzeuge zu versenken. Letzteres ist etwas knapp, kann aber durch eine Auflage auf dem Tisch kompensiert werden. Der Industrie Drehstrom Motor hat 1.5kW und verfügt über eine kräftige Bremse die auch schwere Profilmesserköpfe in Sekunden zum Stehen bringt. Es gibt zwei Geschwindigkeiten, 5000 und 7500 u/min die durch Umlegen eines Flachriemens gewählt werden.
Das Zubehör umfasst den besagten Anschlag und einen Bogenanschlag.




Klappe auf:

Hier ist noch ein Blick ins Innere. Man erkennt links das Fräs- und rechts das Sägeagregat. Der Sägeblattwechsel erfolgt von innen, was etwas umständlicher ist als von oben. Ich muss allerdings sagen, dass das Universal-Wechselzahn-Sägeblatt von Eumatool großartige Ergebnisse, sowohl längs als auch quer liefert und ich mir den Wechsel des Blattes spare.


Fazit:

Nach etwa 6 Monaten Nutzung bin ich, trotz Abstriche im Bedienungskomfort, überzeugt von der Güte der Maschine die, wie der ADH, trotz einfachem Aufbau sehr gute Ergebnisse liefert. Ich habe übrigens regelmäßig die Gelegenheit eine Altendorf F45 zu nutzen und finde, dass die kleine MiniMax ST1 dem Vergleich in Bezug auf die Schnittgüte standhält, auf jeden Fall was meine Ansprüche als Hobbywerker anbelangen. Die Altendorf würde aber sicher jahrelange tägliche Dauerbeanspruchung überstehen, wofür die ST1 ganz klar nicht gebaut ist.

So, vielleicht konnte ich mit den zwei Posts über die kleinsten Maschinen der MiniMax Serie Diesen etwas verdientes Interesse verschaffen und Ihnen verhelfen wenigstens als mögliche Alternative, zu den im deutschsprachigen Raum sehr beliebten Hammers und Felders, in Betracht gezogen zu werden.

4 Kommentare:

  1. Hallo Marc,

    als ich deine ersten Umbaupläne sah war ich ja sehr skeptisch wegen des verfügbaren Platzes. Ich habe deine Werkstatt aber dann in natura gesehen und fand das Konzept doch sehr gelungen. Die Maschinen machten auf mich auch einen sehr guten Eindruck. Du scheinst damit wirklich eine sehr gute Entscheidung getroffen zu haben.

    Gruß

    Heiko

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  2. Ich tüftle bereits an der nächsten Phase der Werkstattoptimierung. Es kommen keine größeren Maschinen dazu aber dafür wird der Stauraum erweitert und ein Montagetisch kommt hinzu. Ein wichtiger Vorsatz ist, die Wände oberhalb einer gedachten umlaufenden Linie von 90cm Höhe (= Höhe aller Maschinentische und des MFT/3) komplett frei von Regalen und Schränken zu bekommen. Auch sollen feste Absaugrohre verlegt werden und die Werkstatt bekommt noch eine abschliessbare Tür.

    Wenn dann noch etwas Zeit bleiben sollte widme ich mich dem Frästisch V2 mit einigen Überraschungen ;-)

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  3. Hallo Marc,

    tolle Werkstat und sehr tolle Ideen die du da immer wieder hast! Meine Geschichte ist ähnlich, Haus gekauft und endlich Platz für eine Werkstatt. Ich bin aber immer noch über einräumen und Regale zusammenbauen. Mich würde interessieren wie groß die ST 1Genius ist. Die Maschine ist fest in meine Werkstatt eingeplant jedoch ist unser Treppenhaus sehr eng und ich weiss nicht ob sie durch das Treppenauge passt!? Wie groß ist die Säge wenn man sie bis aufs maximalste auseinanderbauen würde???

    Viele Grüsse und weiter so!

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  4. Moin Marcel,

    Die ST-1 hat 90cm Höhe, 61cm Breite und 114cm Länge. Die Länge ergibt sich durch den Schiebeschlitten den man besser nicht abmontiert weil die Einstellung vom Werk aus gemacht wurde und ich nicht glaube, dass man das so alleine hinbekommt. Die Tischverbreiterung sowie der Ausleger liegen der Maschine bei und werden nach dem Aufbau montiert. Falls du die Maschine wirklich eine Treppe runtertragen musst würde ich dir raten genügend Helfer zu haben und die Maschine zu sichern weil wenn die 200kg ungebremst der Gravitation folgen wird es für den der vorgeht lebensgefährlich! Bin gespannt auf deine Umsetzung der Werkstatt.

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