Donnerstag, 12. September 2013

Schreinermeister für Quereinsteiger: Prolog

Damit wäre die Katze aus dem Sack! Mein nächstes Lebensprojekt wird darin bestehen den Meisterbrief als Schreiner zu machen. Bevor ich zum eigentlichen Thema komme verweise ich auf einen Post den ich vor 2 Jahren veröffentlicht habe: Off-Topic. Scheinbar bin ich jetzt, nach 10 Jahren im Geschäft, auf dem gleichen Punkt wie zuvor nach 15 Jahren in der Software-Entwicklung.

Der Unterschied besteht aber darin, dass ich das Geschäft maßgeblich von Innen heraus gestalten konnte und es auf einen Level gebracht habe, über den es ohne riskante Investitionen nicht mehr hinauswachsen kann. Ich bin als kompletter Neuling in den Einzelhandel eingestiegen und wage zu behaupten, dass ich jetzt nach 10 Jahren das Thema überblicke und mich nur noch unwesentlich weiterentwickeln könnte. Mein Interesse schwindet und ich strebe, obwohl mittlerweile 47 Jahre alt nach einer neuen Herausforderung. Es ist aber ein offener Weg ohne Zwang und mit genau abgewägtem Risiko.

Ende des Frühjahrs habe ich eine email an unsere Handwerkerkammer geschickt mit meinem Anliegen Schreiner werden zu wollen. Darauf folgte eine Unterredung wo wir auf Basis meiner schulischen und beruflichen Laufbahn einen Weg ausarbeiteten der mich ohne Umweg über eine Gesellenprüfung zur Meisterschulung zuliess. Die ganze Sache zieht sich über die nächsten 3 Jahre. Von den allgemeinen Modulen, wie Buchhaltung und Betriebsgründung und -führung bin ich dispensiert und somit bleiben noch die fachspezifischen Module wie Materialkunde, technisches Zeichnen, Kalkulation u.s.w., insgesamt etwa 300 Stunden.

Natürlich ist es undenkbar ohne praktische Erfahrung den Meisterbrief zu bekommen und somit muss ich über die nächsten drei Jahre ein Praktikum von auch etwa 300 Stunden vorweisen um zum praktischen Examen, d.h. der Herstellung meines Meisterstücks, zugelassen zu werden. Insgesamt also 200 Stunden pro Jahr (von September bis Mai) die teils abends und teils an meinem freien Montag verbraten werden.

Was werde ich daraus machen? Ehrlich gesagt habe ich noch keinen genauen Plan und ich bleibe offen für alle sich mir bietenden Gelegenheiten. Was wird aus meinem Hobby und dem Blog? Mit diesem Post beginnt jedenfalls eine lange Serie von Posts die den Weg beschreiben und ich setzte mich dadurch natürlich auch unter Erfolgsdruck, weil ihr ja alle "live" dabei seid und ich eine Schlappe natürlich vermeiden möchte! Ich glaube aber, dass ich weiterhin noch etwas Zeit habe in meiner Werkstatt zu werkeln und das ein oder andere interessante Projekt zu verwirklichen über das ich dann wie gewohnt berichte.

Kommentare:

  1. Hallo Marc,
    die besten, erdenklichen Wünsche und viele gute Mentoren auf diesem Weg. Ich bin gespannt auf die Infos, die Dein Weg mit sich bringen. Daumendrücken und auch Bewunderung für diese tolle Entscheidung.
    Herzlichen Gruß
    Uwe

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  2. Moin Marc,

    na dann hau mal rein!

    Ich drücke Dir die Daumen und werde den Weg gespannt verfolgen.

    Gruß

    Frank

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  3. Hallo Marc,

    das hört sich toll an! Ich wünsche dir viel Kraft und Ausdauer dazu und freue mich schon sehr auf die kommenden Posts.

    Viele Grüße
    Timo

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  4. Wow, das hat mich umgehauen. Hut ab! Ich finde es es klasse.Ich glaube auch, so wie ich dich hier kennengelernt habe, dass du das durchziehst.
    Halt uns auf dem Laufenden.

    Gruß Achim

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  5. Hallo Marc,

    ich wußte es ja schon.
    Ich wünsche Dir alles Gute zu Deinem neuen "Großprojekt"

    Grüße

    Michael

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  6. Hallo Marc,

    wir haben uns ja schon ausführlich darüber unterhalten und du weißt, dass ich die Idee sehr gut finde. Bei mir ist es ja nun etwas über einen Monat her, dass ich mich komplett in die Selbstständigkeit gestürzt habe und ich kann dir nur noch einmal sagen, dass der von dir eingeschlagene Weg ein guter Weg sein wird. Ich für meinen Teil stehe nun morgens gerne auf, freue mich auf die Arbeit in meiner Werkstatt, den Kontakt mit Kunden und Kursteilnehmern und das gute Gefühl am Ende des Tages etwas sinnvolles getan zu haben.

    Wenn man der Meinung ist einen Weg den man geht verlassen zu müssen sollte man das tun, wenn man das Risiko überschaubar halten kann. Es sollte viel mehr Menschen einfach das tun, was ihnen Spass macht, ihnen liegt oder ihren Fähigkeiten Entspricht. Aber leider treuen sich die wenigsten einen einmal eingeschlagenen Weg wieder zu verlassen, abzubiegen oder umzukehren.

    Ich denke du machst das genau richtig.

    Gruß

    Heiko

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  7. Vielen, vielen Dank für eure moralische Unterstützung. Tut richtig gut, zumal es im näheren Umfeld nicht nur Zuspruch gibt.

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  8. Hallo Marc,
    auch von meiner Seite herzlichen Glückwunsch zu deiner Entscheidung! Der Weg passt sicherlich zu dir und du wirst das, so wie du dich auf deinem Blog präsentierst, auch durchziehen und gut machen.
    Viel Glück damit,
    Gruß, Dominik

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  9. Grüß Dich Marc,

    als ich das gelesen habe, bekam ich wirklich eine Gänsehaut. Das ist das worüber ich die letzten Jahre immer wieder nachgedacht habe, aber nie getraut habe.
    Ich habe nun erst mal mein eigenes Großprojekt zu meistern (Haus modernisieren siehe mein Blog) und muss in meinem neuen Job erst mal richtig Fuß fassen, aber das macht Mut - verdammt ich halt Dir die Daumen. Bitte halt uns doch auf dem Laufenden.

    Freut mich für Dich!!!!

    LG

    Martin :o)

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  10. Hallo Marc, finde ich genial deinen Plan! Ich habe etwas ähnliches vor. Ich bin ebenfalls Hobbyschreiner. Lebe momentan in Chile und möchte im nächsten Jahr eine Ausbildung zum Schreiner in Deutschland machen. Nun bin ich schon 31 (dann 32) und habe mich mein Leben lang mit allem Möglichem durchgeschlagen ( Vom Putzmann bis Profimusiker war alles dabei). Momentan arbeite ich ganz normal in einem Geschäft als Verkäufer hier in Chile (Viña del Mar) und das Hobbyschreinern lässt mich ein Paar Pesos mehr verdienen. Die Ausbildungssuche ist jedoch eher schwer bis unmöglich von Chile aus. Ich werde daher im Juni für Bewerbungsgespräche nach Deutschland reisen. Mit meiner dann Ehefrau und einer positiven Einstellung, das alles klappen wird, wie wir uns das vorstellen. Hast du vielleicht irgendwelche Tips für mich? An wen kann ich mich wenden? Wer nimmt mein Anliegen ernst?

    Viele Grüße und weiterhin Toi Toi Toi
    Adrian (adrianpaulus@hotmail.de)

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    1. Hallo Adrian,

      Motivation ist schon mal da wie ich lese und das ist bereits die halbe Miete. Ich habe mich hierzulande (Luxemburg) an die Handwerkskammer gewendet. In Deutschland gibts die ja auch und sicher wird dir da weitergeholfen.

      Viel Erfolg!

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  11. Hallo Marc,
    habe immer sehr gerne bei dir mitgelesen, warum kann man nichts neues mehr von dir hören/lesen? was ist aus deiner Ausbildung zu Tischlermeister geworden?

    LG Norbert
    prey_n@gmx.at

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    1. Hallo Norbert,

      Nun, sagen wir mal, dass ich mir eine kreative Pause erlaube. Es ist ja so, dass der Blog ruht seit ich für die Holzwerken angefangen habe zu schreiben. Da ist aber jetzt auch Pause weil ich mehr Zeit in meine Arbeit investieren muss. Ganz untätig bin ich aber nicht (geht auch nicht) und somit tüftle ich an einer DIY CNC-Fräse, ein ganz altes Projekt übrigens das schon seit mehr als 10 Jahren darauf wartet endlich verwirklicht zu werden.

      Die Examen zum Meister sind alle geschafft, nur ist es mir zeitlich unmöglich die Auflagen unserer Handwerkerkammer für die Zulassung zur praktischen Prüfung zu erfüllen. Somit bin ich "theoretischer" Meister ;-) und bleibe es auch vielleicht.

      Gruss,
      Marc

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  12. Hallo Marc,

    schade dass Du den Blog ruhen lässt. Gerade über Deine Ausblidung zum Tischler neben Deinem täglichen Beruf hätte ich gerne mehr erfahren. Abendkurse gibt's ja nicht wirklich und wie sich das mit einem Ausbildungsbetrieb einrichten lässt fände ich auch interessant.

    Viele Grüße

    Wolfi

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